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Craniomandibuläre Dysfunktion / CMD

- Kiefergelenkstörung -

Wenn das Kiefergelenk krank macht!

Rund zwei Drittel aller Menschen im mittleren Lebensalter haben Funktionsstörungen im Kausystem. Besonders Frauen zwischen 30 - 45 Jahren aber auch Kinder und Jugendliche können betroffen sein.

Es handelt sich dabei um Beschwerden im craniomandibulären Bereich, d.h. im Bereich der Kiefergelenke und dem Zusammenspiel des Unter- und Oberkiefers. Diese Beschwerden können sich in Form von Nacken- und Kopfschmerzen (Spannungskopfschmerzen und Migräne) aber auch durch Tinnitus und Schwindelanfälle äußern. Auch Kiefergelenkknacken, eine eingeschränkte Mundöffnung oder Schmerzen beim Gähnen oder Kauen geben einen Hinweis auf CMD. Oftmals ist die Statik des Körpers verändert, so dass ein Becken- und Schulterschiefstand zu finden ist.

Teilweise haben die Betroffenen bereits eine langjährige „Patientenkarriere“ und etliche Arztbesuche hinter sich. Viele sind im Arbeitsleben und sozialen Umfeld stark eingeschränkt.

Die Auslöser für CMD sind sehr vielfältig und bedürfen einer gründlichen Anamnese und funktionellen Untersuchung. 

Beispielsweise können Bissveränderung durch Füllungen (Plomben), Zahnersatz oder erblichen Zahnfehlstellungen eine Veränderung im Kiefergelenk auslösen. Das Gelenk steht nicht mehr in der Normstellung. Diese Verschiebung wirkt sich wiederum auf die umgebene aber auch ferne (z. B. Nacken-) Muskulatur aus. Ein System das genaustens aufeinander abgestimmt ist gerät aus den Fugen. Bei vielen Patienten wird diese Veränderung über Jahre vom Kiefergelenk toleriert ohne Schmerzen zu verursachen. Kommen jetzt aber weitere Faktoren, wie z. B. ein Trauma oder Stress und das hiermit verbundene Zähnepressen oder Knirschen hinzu, löst dieser Faktor eine Beschwerdekaskade aus. Da das Beschwerdebild sich nicht immer eindeutig den Zähnen zuordnen lässt, ist eine enge Zusammenarbeit verschiedener medizinischer Fachdisziplinen und eine reibungslose Kommunikation, sowie die parallel verlaufende Therapie unabdingbar.

Nach einer umfangreichen Diagnostik durch einen Zahnarzt, Physiotherapeuten, Hals-Nasen-Ohrenarzt, Orthopäden und Kieferorthopäden wird eine gezielte Therapie eingeleitet.

In den meisten Fällen wird nach einer funktionsdiagnostischen Untersuchung beim Zahnarzt eine individuelle Aufbissschiene mit der optimalen Bisslage angefertigt. Diese Schiene wird Übergangsweise vom Patienten getragen, um die Beschwerden zu lindern oder eine Beschwerdefreiheit zu erreichen. In enger Zusammenarbeit mit einem speziell geschulten Therapeuten werden parallel mittels Craniofazialer Therapie Blockaden der Wirbelsäule korrigiert, die Rumpf-, Nacken - und Kaumuskulatur gelockert, Schädelknochen , Kiefergelenke und Hirnnerven mobilisiert und der Beckenschiefstand behoben. (www.crafta.org)

Die Kopf- und Körperhaltung spielt eine große Rolle im funktionellen Zusammenspiel der Kiefer. Aber auch umgekehrt, ein Beckenschiefstand kann beispielsweise durch eine Fehlfunktion in den Kiefergelenken ausgelöst werden.

Desweiteren kann es durch die hervorgerufenen Muskelverspannungen zu Nervenirritationen und Gesichtsschmerzen kommen. Besonders im Ohr, welches in direkter Nachbarschaft zum Kiefergelenk liegt, kann es zu Tinnitus, Schwindelanfällen, Irritationen im Gehörgang und vermeidlichen Ohrenschmerzen kommen. Der Patient kann nicht genau abgrenzen, ob die Schmerzen vom Kiefergelenk oder vom Ohr kommen. Der Hals-Nasen-Ohrenarzt klärt dies differenzialdiagnostisch ab.

Als abschließende Behandlung sollte der grundverursachende Fehlbiss behoben werden. Dies können kleinere Maßnahmen, wie das Einschleifen von Füllungen oder neuer Zahnersatz bzw. eine Umstellung der Zähne durch kieferorthopädisch Maßnahmen sein. Auch ein Abgewöhnen von sogenannten schlechten Angewohnheiten, wie z. B. Zähnepressen, Zungendrücken und Wangenbeißen, muss unterbunden werde.

Nach einer solchen interdisziplinären Therapie darf sich der Patient wieder auf ein beschwerdefreies Leben freuen.


































                      

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